Projektübersicht

Menschen aus Deutschland und Kenia erhalten die Möglichkeit, miteinander in interkulturellen Austausch zu treten. Dadurch erfahren beide Seiten, wie die Lebensumstände des jeweils anderen sind, erleben eine andere Religion und Kultur, sowie alternative Lebens- und Arbeitsformen und haben miteinander Spaß. Durch das Teilen des Alltags und der positiven und sicher auch negativen Erfahrungen wird es den Teilnehmer*innen ermöglicht, den eigenen Sinneshorizont zu erweitern, festgefahrene Urteile zu relativieren und so möglicherweise zu neuen Weltanschauungen zu gelangen.

Die deutschen Teilnehmer*innen können im Rahmen einer sinnvollen sozialen Aufgabe die Geheimnisse Afrikas entdecken. Sie dürfen das Land „von innen“ kennen lernen und erhalten dadurch nicht nur einen oberflächlichen, normaltouristischen Eindruck. Im Vordergrund stehen neue Erfahrungen hinsichtlich der Hintergründe, Traditionen und Lebensweisen der kenianischen Bevölkerung. Durch den Besuch und die Unterstützung unserer Partnerprojekte zeigen sie sich solidarisch mit den Menschen und deren Anliegen, für die das Projekt steht.

Auf der anderen Seite profitieren auch die Mädchen in Tangulbei von einem durchdachten und erfüllten Programm und den angebotenen Workshops. Außerdem erhalten sie Einblicke in alternative Lebensweisen, besonders in Bezug auf Frauen, und bekommen Denkanstöße und Vorbilder für das eigene Leben.

Die zurückgekehrten jungen Erwachsenen treten als Multiplikator*innen auf und fördern dadurch die Bewusstseinsbildung für das Leben in und die Zusammenarbeit mit Afrika. Besonders Personen in der direkten Umgebung der Teilnehmer*innen erhalten einen konkreten Bezug zu unseren Projekten  und zu Ostafrika, was wiederum Auswirkungen auf den Lebensalltag und das persönliche Engagement hat.

Ziele der bilateralen Jugendbegegnung

  • Austausch, Begegnung und interkultureller Dialog
  • Kennenlernen der jeweiligen Lebensumstände, Religionen Kulturen, Lebens- und Arbeitsformen in Deutschland und Kenia
  • Erweiterung des persönlichen Horizontes, Relativierung von Urteilen und Finden einer erweiterten Weltanschauung
  • Erfüllung einer sinnvollen sozialen Aufgabe
  • Einblicke in das Land und dessen Geheimnisse von innen durch unsere Kontaktpersonen vor Ort
  • Mitwirkung an durchdachten und erfüllten Workshops
  • Erhalt von Denkanstößen und alternativen Verhaltensweisen für die Mädchen des Projekts, besonders in Bezug auf die Rolle von Frauen
  • Auftreten als Multiplikator*innen in Deutschland

Ablauf

Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf unsere Reise nach Kenia finden mehrere Treffen beziehungsweise Wochenendseminare in Deutschland statt. Durch diese werden die Teilnehmer*innen auf die Situation und den Aufgaben vor Ort vorbereitet. Auf dem Programm stehen Themen wie interkulturelles Lernen, Kultur Ostafrikas, Sprache, Verhaltensregeln und Eckdaten zu Kenia. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung eines Gruppengefühls und die Vorbereitung konkreter Aktionen für das Projekt.

Bei der Entwicklung und Gestaltung der Aktionen werden sowohl das Organisationsteam als auch die deutschen und kenianischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen möglichst intensiv involviert. „Tukutane in Kenia“ ist dabei keine Dienstleistungsveranstaltung von Tukutane e.V., sondern eine Gemeinschaftsproduktion aller Teilnehmenden.

In den Seminaren und vor allem während dem Aufenthalt in Kenia sollen sich alle Teilnehmer*innen einbringen. Jede*r hat die Möglichkeit den Programmablauf mitzugestalten und Ideen einzubringen. Auch sind alle dazu eingeladen, sich bei der Projektarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins einzubringen. Gelegenheiten sind beispielsweise das Keniaseminar oder die Standbetreuung am Wasserburger Nationenfest.

Praktische Arbeit und Freizeitgestaltung

In Kenia steht die Gestaltung des Freizeitprogramms für die 7-17-jährigen Mädchen, die sich im Projekt befinden, im Vordergrund. Dazu zählen unterhaltsame Programmpunkte wie unter anderem Sportaktivitäten, Musik, Tanz, Theater, Spiele, Feiern, Basteln und Ausflüge. Ein Schwerpunkt liegt aber auch auf inhaltlichen und relevanten Themen aus unterschiedlichen Bereichen wie bspw. Nachhaltigkeit, Aufklärungsarbeit, innere Stärke oder Selbstverteidigung. Dabei sollen die deutschen Teilnehmer*innen sich individuell nach ihren Fähigkeiten einbringen, um so ein möglichst buntes und abwechslungsreiches Programm zu ermöglichen.

Neben der Durchführung der Workshops erhalten die jungen Erwachsenen die Möglichkeit, verschiedene Aktivitäten vor Ort zu nutzen, die von unseren Projektpartner*innen organisiert werden. Beispielsweise wurde ein Dorf der Pokot besucht, die Krankenstation der Mission oder Außenstellen der Kirche, in denen gemeinsam gebetet wird. Fester Bestandpunkt ist der Bunte Abend, bei dem Einblicke in die Tänze und Musik der Pokot gezeigt wird, und der Gottesdienst am letzten Tag am Projekt.

Durch dieses vielfältige Angebot vor Ort werden Themen, die in der Vorbereitung angesprochen wurden, wie Globalisierung, interkulturelles Lernen, die Geschichte und Politik Kenias weiter vertieft.

Ausflüge

Um das Programm zu vervollständigen, unternehmen wir, teils auch zusammen mit den Kenianer*innen, verschiedene Ausflüge, um das Land besser kennen zu lernen. So fahren wir z.B. nach Nairobi, um dort andere soziale Projekte, das Stadtzentrum, das Kenyatta International Conference Center oder die Märkte der Stadt zu besuchen. Bei Bedarf können auch Safaris in Parks wie den Amboseli oder den Nakuru National Park, sowie Ausflüge an die Küste oder die Besteigung des Mount Kenia gemacht werden.

Rückkehrer-Wochenende

Abgerundet wird das Programm mit einem Nachbereitungswochenende, das nach der Rückkehr der Teilnehmer*innen in Deutschland stattfindet. Dieses Treffen hilft dabei, die gemachten Erfahrungen und gewonnen Eindrücke gemeinsam aufzugreifen, zu reflektieren und evtl. weitere Aktionen und Engagement für Ostafrika zu planen.

Teilnahmebedingungen

„Tukutane in Kenia“ richtet sich an junge Erwachsene ab 18 Jahren, die bereit sind, sich auf eine fremde Kultur, einfache Lebensbedingungen und das Zusammensein in einer Gruppe einzulassen. Voraussetzung ist die Teilnahme an allen Vor- und Nachbereitungsseminaren, eine aktive Beteiligung in der Vorbereitungszeit und die selbstständige Auseinandersetzung mit relevanten Themen.

Für die Entscheidung der Teilnahme ist es uns sehr wichtig, die Person im Vorfeld kennenzulernen. Bedeutsam ist dabei die Wahrnehmung der Informationsveranstaltungen, in dem wir über Tukutane generell und den Ablauf bzw. Themen der Begegnung berichten. Anschließend können auch Fragen geklärt werden.  Kontakt zu uns kann auch auf den zahlreichen Veranstaltungen von Tukutane aufgebaut werden, an denen man als Helfer*in oder Gast teilnehmen kann.

 

FAQ – Frequently Asked Questions

Im Folgenden gehen wir auf häufig gestellte Fragen ein:

1. Wie sieht das genaue Programm vor Ort aus? 

In der Vorbereitungszeit planen wir gemeinsam mit allen Teilnehmenden und Mitwirkenden in Deutschland und Kenia, welche Aktionen und Ausflüge durchgeführt werden sollen. Dabei gehen wir stets auf die Wünsche, Anliegen und Kompetenzen der jungen Erwachsene ein. Lediglich bestimmte Punkte werden im Vorfeld schon vorgegeben, wie bspw. welche Zeit wir an der Schule verbringen, wo wir in Nairobi übernachten oder wann wir die Reflexionen durchführen. Vor Ort wird immer situations- und mentalitätsbedingt entschieden, ob das Programm nach Plan durchgeführt werden kann oder wie wir auf Veränderungen reagieren können.

Grundsätzlich sind wir immer eine bestimmte Zeit an der Schule, bei der wir die geplanten Workshops durchführen, das ländliche Leben in Tangulbei kennenlernen und in direkten Austausch mit den Mädchen und Fathers treten. Einige Tage verbringen wir auch in Nairobi, um Teile unserer Projekte zu besuchen, das städtische Leben kennenzulernen und bestimmte Sehenswürdigkeiten wie das KICC oder Massai Märkte besuchen. Zum Ende verbringen wir Zeit in Mombasa, um die gemachten Erfahrungen zu reflektieren. Ansonsten kann eine Safari oder bestimmte Ausflüge gemacht werden, je nach Wünsche der Teilnehmenden.

 

2. Ist die Teilnahme an den Vor- und Nachbereitungsseminaren verpflichtend?

Die Teilnahme an den Vor- und Nachbereitungswochenenden sind uns äußerst wichtig. In dieser Zeit werden der grundsätzliche Ablauf und die Workshops für die Zeit an der Schule geplant. Außerdem gehen wir auf wichtige Themen wie interkulturelles Lernen, Landeskunde, Verhaltensweisen und Teambuilding ein. Die Zeit schließen wir immer mit einem Nachbereitungswochenende ab, bei dem wir die Zeit nochmals reflektieren und das Engagement in Deutschland besprechen. Die Teilnahme der Begegnung „Tukutane in Kenia“ ist nur in dieser Kombination möglich. Wir freuen uns immer sehr, wenn sich die Teilnehmer*innen für ein weiteres Engagement für Tukutane entscheiden.

3. An welche Altersstufe richtet sich Tukutane in Kenia?

Das Projekt richtet sich an junge Erwachsene ab 18 Jahre. Unter 18-Jährige können wir aus versicherungstechnischen Gründen nicht mitnehmen.

4. Wie hoch sind die Teilnahmekosten?

Die Teilnahmegebühr für die drei Wochenendseminaren und den Aufenthalt in Kenia betragen ca. 500 €. Nicht in den Kosten enthalten sind die Anreise zu den Seminarorten und die Kosten für den Flug. Außerdem müssen Kosten für mögliche Freizeitaktivitäten wie bspw. der Besuch eines Nationalparks von den Teilnehmer*innen selber getragen werden. Je nach persönlichen Bedürfnissen können sich die tatsächlichen Ausgaben vor Ort erhöhen (Essen gehen, Einkauf, Souvenir…). Auch sollten die Teilnehmer*innen Kosten für den gesundheitlichen Reiseschutz (Impfungen, etc.) und notwendige Ausrüstung (Rucksack, etc.) einplanen. Die Teilnahmegebühr wird ausschließlich für die Aufwendungen im Zuge der Jugendbegegnung genutzt. Die Organisator*innen engagieren sich ebenso wie die Teilnehmer*innen ehrenamtlich.

5. Muss ich Mitglied von Tukutane sein, um teilnehmen zu können?

„Tukutane in Kenia“ ist ein Angebot, das sich an engagierte junge Erwachsene richtet. Teilnehmende können bereits ein Mitglied sein, müssen es aber nicht. Diese erhalten für die Zeit in Kenia eine Mitgliedschaft, die automatisch nach einem Jahr endet. Über ein weiteres Engagement im Verein freuen wir uns sehr, bei der aber ein Mitgliedsformular ausgefüllt werden muss.

 6. Welche medizinischen Vorkehrungen muss ich vor der Reise nach Afrika treffen?

In tropischen Ländern ist man gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt, die man aus Deutschland nicht kennt. Schon die Umstellung auf das andere Essen kann Komplikationen hervorrufen. Dennoch werden die Gefahren oft überschätzt, da wir als wohlstandsverwöhnte Europäer*innen gesundheitlich fit sind und vor Ort gut versorg und ernährt werden. Außerdem sind wir nicht den Gefahren ausgesetzt, mit denen die Slum-Bewohner*innen leben müssen, wie bspw. verunreinigtes Trinkwasser oder mangelnde Moskito-Netze.

Sehr ratsam ist es, sich mit diesem Thema persönlich auseinanderzusetzen und kompetente Tropenmediziner*innen zu befragen. Die grundsätzlichen Empfehlungen besprechen wir auch im Rahmen de Vorbereitungswochenenden. Grundsätzlich ist die Einnahme von Malaria-Prophylaxe ratsam, sowie Hepatitis A und B Impfungen, die Tetanus Impfung und die Gelbfieber-Immunisierung.

7. Besteht in Kenia die Gefahr, Opfer krimineller Übergriffe zu werden? 

Es gibt viele Leute, die Angst vor anderen Ländern haben, v.a. wenn sie ihnen unbekannt sind. Allerdings können sie an dieser Stelle beruhigt werden. Die politische Lage in Kenia ist im Moment stabil (siehe dazu die Informationen des Auswärtigen Amts, www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/kenia-node). Natürlich ist immer Vorsicht angesagt, wenn man sich als „reiche*r“ Europäer*in in einem Land mit großem Reichtumsgefälle bewegt. Allerdings sind die Teilnehmer*innen nie alleine unterwegs, sondern in einer Gruppe mit Begleiter*innen, die afrikaerfahren sind und sich vor Ort auskennen. Außerdem wird im Vorfeld immer die Situation in Kenia geprüft und es besteht jederzeit ein Notfallplan, wie in Gefahren verfahren werden muss.

8.Welche Voraussetzungen müssen die Teilnehmenden mitbringen?

Die Gruppe ist normalerweise bunt gemischt, von Studierenden bis zu Berufstätigen. Wichtig ist uns nur, dass die Teilnehmenden bereit sind, sich zu engagieren und offen für Neues sind. Vor Ort werden wir die Feriengestaltung für die Mädchen aus unserem Partnerprojekt übernehmen, weshalb sich jede*r Teilnehmer*in auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einlassen muss. Ferner sind die Bereitschaft zu einer einfachen Lebensweise, Engagement in Vor- und Nachbereitung, soziale Kompetenz, sowie Interesse an einer fremden Kultur Voraussetzungen für eine Teilnahme.

9.Wie verläuft der Flug?

Der Flug geht meistens über einen Zwischenstopp in Abu Dhabi oder Dubai. Dies hängt davon ab, mit welcher Fluggesellschaft wir fliegen. Bei der Auswahl achten wir zum einen auf den Preis, aber auch darauf, dass wir eine sichere Gesellschaft wählen.

10. Können Sie mir weiteres Infomaterial zuschicken?

Als relativ kleiner Verein haben wir leider nicht die Ressourcen, umfangreiches Infomaterial in „fester“ Form herzustellen. Informationen zur Begegnung „Tukutane in Kenia“ und zu dein einzelnen Projekten sind hier auf unserer Homepage zu finden. Konkrete Fragen beantworten wir natürlich sehr gerne. Hierfür kann das Kontaktformular genutzt werden. Ansonsten führen wir im Vorfeld Informationsveranstaltungen durch oder Sie könne bei Aktionen Kontakt zu uns aufnehmen.

Tukutane in Kenia 2019

Am ersten August haben wir am Flughafen München unserer Reise nach Kenia gestartet. Bereits in den zwei Vorbereitungswochenenden haben wir uns als Gruppe kennengelernt, sodass unsere Vorfreude groß war. Unser erster Stopp war jedoch nicht Nairobi, sondern Dubai. Dort verbrachten wir ein paar Stunden auf dem Burj Khalifa mit Sightseeing und in der Dubai Mall. Nach fast 23 Stunden Reise erreichten wir endlich unser Ziel: Nairobi.

Wir wurden herzlich von Mr. Njunguna, Tine und einem pinken Matatu am Flughafen empfangen. Am nächsten Tag verbrachten wir unseren Tag unter anderem auf dem Massai Markt, wo die ersten Erinnerungsstücke gekauft wurden. Dann starteten wir unsere Reise nach Tangulbei mit Mama Margret und Zwischenstopp am Lake Navaisha und Nakuru. Am Lake Navaisha hatten wir unser erstes Safari-Erlebnis mit vielen Hippos und Giraffen. Abends trafen wir auf Father Fred, mit dem wir Nakuru erkundeten.

Nach einer Nacht in Nakuru konnte unsere Reise nach Tangulbei fortgesetzt werden. Nach kurzer Autopanne während der Fahrt kamen wir abends sicher und glücklich an der St. Lukes Schule in Tangulbei an. Morgens trafen wir zum ersten Mal auf die Mädchen in der Schule und unser Workcamp konnte beginnen. Wir brachten viele Workshops mit, wie zum Beispiel eine Weltreise, ein Zahnputzworkshop und einen Sportparcour. Neben spaßigen Workshops wie Seilspringen, singen und Kresse Anbau, arbeieten wir auch an Themen wir Nachhaltigkeit, Selbstbewusstsein und Family Planning. Zudem kochten wir Marmelade, die wir gemeinsam frühstückten. Dank des herzlichen Empfangs in Tangulbei, fühlten wir uns alle bald wie zuhause. Schnell wuchsen uns die Mädchen ans Herz und es entwickelten sich Freundschaften.

Abends saßen wir gemeinsam mit Mama Margret zusammen und reflektierten die Eindrücke unserer Tage. Zusätzlich zu den Workshops hatten wir die Möglichkeit, an zwei Tagen die „Mobile Clinic“ und verschiedene „Communities“ in Tangulbei zu besuchen. Zum Ende unseres Workcamps durften alle Teilnehmer*innen von TIK 2019 als Dankeschön einen Baum im Garten pflanzen. Den Abschluss bildete eine gemeinsame Farewell-Party, bei der gesungen, getanzt und gelacht wurde. Dadurch fiel uns allen der Abschied von Tangulbei noch schwerer. Im Hinterkopf blieb uns jedoch: „It’s never a goodbye, it’s always a see you later”.

Da wir die Vielfalt von Kenia entdecken wollten, ging es für uns weiter zu einer Safari in den Amboseli Nationalpark. Während unserer „Game Drives“ sahen wir nicht nur viele verschiedene Tiere wie Giraffen, Elefanten, Löwen und Gazellen, sondern hatten auch einen klaren Blick auf den Mount Kilimanjaro.

Über eine Schotterpiste ging es für uns danach über mehrere Stunden zurück nach Nairobi. Dort starteten wir ein Touristenprogramm: Wir besichtigten das KICC, das Giraffe Center und große Shopping Malls. Außerdem besuchten wir eine Second-Hand Street und konnten so in das Leben der Stadt eintauchen.

Um unser Workcamp zu reflektieren und ein bisschen Urlaub zu haben, fuhren wir am Ende unserer Reise mit dem Zug nach Mombasa. Dort wartete auf uns ein Haus am Strand, wo wir Raum hatten, uns über unsere Zeit im Workcamp und generell in Kenia Gedanken zu machen. Außerdem konnten wir Mombasa kennenlernen, aßen indisches Essen, besuchten den Gewürzmarkt und entspannten am Strand vor unserer Tür. Schließlich nahmen wir auch von Mombasa Abschied und fuhren zurück in die Hauptstadt Kenias.

Dort folgten wir der Einladung von Mr. Njunguna und verbrachten einen Tag auf seiner Farm. Am letzten Abend fand noch ein Abschlussessen mit allen Mitwirkenden aus Kenia statt.

Schlussendlich ging unsere Zeit in Kenia zu Ende und wir traten unsere Rückreise nach München an. Im Gepäck hatten wir nicht nur unsere Souvenirs, sondern auch viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen.

 

Tukutane in Kenia 2018

Vom 12. August 2018 bis zum 02. September 2018 besuchte eine Gruppe von sieben Frauen Kenia. Vor Ort besuchten wir die Mission in Tangulbei und lernten in der restlichen Zeit das Land in seiner Vielfalt kennen.

Begonnen hat die Zeit von „Tukutane in Kenia 2018“ mit einem Vorbereitungstag in Bad Tölz und einem Vorbereitungswochenende in Waldhausen, die jeweils im Zuhause der Mitglieder stattgefunden haben. An diesem Wochenende wurde uns das Land und die Leute näher gebracht und der Verein Tukutane mit seinen Zielen und Projekten vorgestellt. Zum einen wurde dabei die Geschichte, Kultur, Landschaft und Vegetation, Politik und die soziale Lage vorgestellt. Zum anderen wurde die Zeit zur Teambildung genutzt, sowie zur Thematisierung und Reflexion von unterschiedlichen Situationen während des Aufenthalts.

Unsere Reise startete am 12. August 2018 vom Flughafen München nach Nairobi. Wir wurden von Tine, Mr Njuguna und Mama Margeret empfangen und von dort aus ging es gleich weiter nach Nakuru ins St. Mary´s Pastoral Center. Nach dem Mittagessen begann die abenteuerliche Fahrt mit Father Fred nach Tangulbei. Bei der fünfstündigen Fahrt haben wir den Äquator passiert, wobei die letzte Stunde des Weges aus Schotterpisten bestand. Für alle Beteiligten war es das erste Mal in Tangulbei, ebenso war es eine Premiere, dass Tukutane im Rahmen eines Workcamps dorthin gefahren ist.

In diesem Gebiet lebt der Stamm der Pokot, die unter sehr beschwerlichen Rahmenbedingungen leben. Das Gebiet leidet unter hoher Trockenheit und Wassermangel, weswegen die Pokot überwiegend Tiere züchten und Landwirtschaft versuchen. Die Männer haben dabei mehrere Frauen an unterschiedlichen Orten, um die sie sich jedoch nicht immer kümmern. Sehr erschwerend kommt hinzu, dass die medizinische Versorgung, die Schulausbildung und die Situation der Frauenrechte sehr schlecht sind und die Beschneidung der Mädchen nach wie vor durchgeführt wird.

Am ersten Tag in Tangulbei wurde uns von Father Fred die Schule, ein naheliegendes Dorf, die Kultur der Pokot, das Tangulbei Womens Network, welche sich für die Frauenrechte und gegen die Beschneidung von Mädchen einsetzten, und das Rescue Center vorgestellt. Im Anschluss wurde das Quartier im Schlafsaal der Mädchen, der von Tukutane mitfinanziert wurde, eingerichtet. In der Zeit in Tangulbei haben wir mit den Mädchen des rescue centers, der St. Lukes School und der Schule in Tangulbei viele und abwechslungsreiche workshops durchgeführt. Diese reichten vom gegenseitigen Kennenlernen und Besprechen der Vorurteile über Hygiene und Zähne putzen, reproductive health, Recycling, inner and outer beauty bis zu Seilspringen, Marmelade machen, Armbänder knüpfen und outdoor games. Besonders wichtig war der gemeinsame Austausch über aktuelle Themen wie Schule, Familie, Erziehung und Politik.

Insgesamt haben rund 50 Mädchen mitgemacht, teilweise mit eigenen Kindern, die zum Teil nur Pokot oder Suaheli gesprochen haben, weswegen wir mit Übersetzer*innen arbeiten mussten. Pro Tag wurden um die sechs workshops durchgeführt. Sehr bewegend war die gemeinsame Abschlussveranstaltung, in der wir Lieder, Tänze und die bayerische Kultur vorgestellt und die Mädchen sich unterschiedliche Tänze überlegt und vorgeführt haben. Sehr beeindruckend war das große Interesse an unserer Arbeit und die gelungenen Zusammenarbeit mit den Holy Ghost Fathers und dem Schulpersonal, die jeweils an den workshops teilgenommen und sich sehr für die Gruppe engagiert haben. Zum Abschluss des einwöchigen Aufenthalts in Tangulbei wurde gemeinsam ein Gottesdienst gestaltet, die auch die neue und gemeinsame Beziehung und Verbindung zueinander verdeutlicht hat.

Nach einem Zwischenstopp beim Lake Baringo und einer Übernachtung in Nakuru ging es weiter in den Masai Mara National Park. Eine tolle und eindrucksvolle Erfahrung war dabei, dass wir alle Tiere der big five (Elefant, Löwe, Leopard, Büffel, Nashorn) gesichtet haben, aber auch die Tiervielfalt und die wunderschöne Landschaft mit ihren unendlichen Weiten. In Erinnerung bleibt auch die nahe Elefantenfamilie mit dem tollpatschigen Baby und der von einem Ranger geführte Rundgang am Mara Fluss, neben einigen Nilpferden und Krokodilen. Aber auch hier wurde ersichtlich, dass Korruption allgegenwärtig ist. Zum einen wurden die Safari Autos nicht mehr aus dem Park rausgelassen aufgrund der spontan geänderten Öffnungszeiten mit den Strafzahlungen und zum anderen verlangte der Ranger für eine umsonst angebotene Tour viel Geld, was die Gruppe sehr ablehnte.

Die restliche Woche verbrachten wir in Nairobi. Besonders wichtig waren hier die Besuche der Comboni Mission und der SOS Technical school. Hier gab es auch ein Kennenlernen und ein intensiver Austausch mit den Mädchen, die in der Vergangenheit von Tukutane gesponsert wurden. Ebenso haben wir ein Mädchen, das Tukutane in der Begegnung 2016 kennengelernt hat, bei ihrer Praktikumsstelle besucht. Um die Stadt besser kennenzulernen, wurde der KICC mit einer tolle Aussicht auf die Stadt Nairobi und der Masai Market besucht, sowie das Giraffe Center. Abschließend haben wir einen Gottesdienst der Comboni Missionare besucht.

Mit dem Schnellzug fuhr die Gruppe nach Mombasa, um dort eine intensive Auswertung und Reflexion von der Zeit an der Schule und der Gruppe durchzuführen. Zum Programm gehörten aber auch Strandbesuche, Besuche der Stadt und der Märkte, sowie gemeinsame Abendessen. Hier konnten wir nach der eindrucksreichen Zeit und der straffen Planung entspannen und als Gruppe nochmal weiter zusammenwachsen. Zum Abschluss der Zeit in Kenia gab es in Nairobi ein gemeinsames Abschlussessen mit Freunden und Kooperationspartner*innen von Tukutane. Am zweiten September kamen wir wieder in München an.

Im Rahmen des Nachbereitungswochenendes, welches einen Monat nach der Reise stattfand, konnten wir nochmals auf die gemeinsame Zeit und die zusammen erlebten Erfahrungen zurückblicken, welche die Gruppe sehr zusammengeschweißt hat. Ebenso wurden das Workcamp und die Rückkehr nach Deutschland reflektiert. Diese Zeit in Kenia war für jede Einzelne ein besonderes und unvergessliches Erlebnis.

Asante Sana!

 

Tukutane in Kenia 2016

Vom 02.08. bis 31.08.16 besuchte eine Gruppe von elf jungen Erwachsenen Kenia. Vor Ort arbeiteten wir an der Olooseos Secondary Girls School und in der restlichen Zeit lernten wir das Land in seiner Vielfalt kennen.

Zum TiK 2016 gehörten zwei Vorbereitungstreffen, bei der das erste im Loisachstadl in Benediktbeuern und das zweite im Jugendhaus Endsdorf stattfand. An diesen Wochenenden befassten wir uns mit unterschiedlichen kenianischen Themenbereichen z.B. der Geschichte, Kultur, Landschaft und Vegetation, Politik, soziale Lage, Gesundheitswesen usw. Jedes von einem Gruppenmitglied vorgestellte Thama wurde von unseren Gästen Mama Magarete und Georgine ergänzt, die ihre persönlichen Erfahrungen aus Kenia mit uns teilten. Die Vorbereitungstreffen waren enorm wichtig für die Gruppe, zum einen um sich gegenseitig kennen zu lernen und zum anderen, um sich thematisch auf den Aufenthalt vorzubereiten.

Am 02.08.16 trafen wir uns am Münchner Flughafen, um gemeinsam die Reise nach Kenia anzutreten. Vor Ort wurden wir von Mr. Njuguna und Tine am Flughafen in Nairobi abgeholt und zum Y.M.C.A. Hostel gebracht. Von dort aus starteten wir unseren Safari Trip. Als kleinen Zwischenstopp besuchten wir den Lake Naivasha, wo wir eine kleine Bootsfahrt machen durften und unsere ersten Tiere zu Gesicht bekamen. Unser zweiter Stopp an diesem Tag war eine Blumenfarm, in der wir eine Führung durch die Anlage und einen Vortrag über Rosenzüchtung erhielten. Übernachten durften wir dann im St. Mary’s Pastoral Center bei Father Fred in Nakuru, der uns sehr herzlich empfing und uns in eine Bar mit Live Musik begleitete.

Am nächsten Tag kamen wir dann im Masai Mara National Park an. Dort wurden wir in einem Camp untergebracht und fuhren gleich zu unserer ersten Safari Tour. Wir hatten das Glück, sofort einige Tiere zu sehen, unter anderem Löwen, Geparden, Elefanten, Gnus, Antilopen und Zebras. Nach einem kenianischen Frühstück, startete unsere zweite Tour. Auch am zweiten Tag waren wir fasziniert von der Tiervielfalt, aber auch von der wunderschönen Landschaft mit ihren unendlichen Weiten.

Nach unserem Aufenthalt im Masai Mara machten wir uns auf den Weg zur Olooseos Secondery Girls School. Zunächst lernten wir die Schulleitung und die Mädchen kennen und durften mit ihnen den „Thanksgiving Day“ feiern. Dies ist eine Feier zum letzten Schultag, an dem unter anderem die Eltern, die Vorstandschaft, der Gouverneur von Kajado County und ein Bischof eingeladen waren.

In den darauffolgenden Tagen lernten wir die 24 Mädchen besser kennen und führten unsere Workshops mit ihnen durch. Dabei behandelten wir einerseits Thematiken wie Müll und „innere Schönheit“, aber auch der Spaß kam nicht zu kurz dank Sportworkshops, einem Beauty Day, selbstgemachter Marmelade, selbstgeknüpfte Freundschaftsbänder usw. Ein wichtiger Workshop war der Besuch des Hope Theatre Nairobi, bei dem die Mädchen singen, tanzen und schauspielern durften. Ein weiterer Programmpunkt war ein Tagesausflug zur S.O.S. Technical School in Nairobi, welchen sie sehr genossen haben. Ein für uns sehr schöner Tag, war der Besuch einer Manyatta, bei dem wir das Leben der Maasai noch besser kennen lernen durften.  Es war eine unvergessliche Zeit an der Schule und der Abschied fiel den Mädchen und uns sehr schwer.

Im Anschluss verbrachten wir ein paar Tage in Nairobi, in der wir die Stadt besichtigten und unter anderem auch den Maasai Markt besuchten. Ein weiteres prägsames Erlebnis für uns war der Besuch eines Gottesdienstes in Korococho und die Gespräche mit den Comboni Brüdern.

Daraufhin fuhren wir mit dem Nachtbus nach Mombasa, um dort eine intensive Auswertung von der Zeit an der Schule und unserer Gruppe durchzuführen. Zum Programm gehörten jedoch auch ausgiebige Strandbesuche und Stadtbesichtigungen, wo wir nun auch ein bisschen entspannten und noch einmal richtig als Gruppe zusammenwuchsen und Zeit miteinander verbringen konnten. Unsere letzten Tage verbrachten wir mit einem Besuch von Mr. Njunguna und einem Abschiedsessen mit unseren Freunden aus Kenia. Bis auf Michi der noch eine Woche länger in Kenia verbrachte, flogen alle am 30.08.16 zurück nach Deutschland.

Zur Freude aller trafen wir uns einen Monat später zu einem Nachbereitungswochenende in Schechen bei Rosenheim. Dort erzählten alle, wie es ihm oder ihr seit der Rückkehr ergangen ist und wir genossen die gemeinsame Zeit als Gruppe, da uns der Aufenthalt in Kenia sehr zusammengeschweißt hat. Die Zeit in Kenia war für jeden von uns ein besonderes Erlebnis, welches nie in Vergessenheit geraten wird. Asante sana!